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Für viele Menschen ist die Zeit „Zwischen Arbeit und Ruhestand“ eine Umbruchphase im Leben. Da schielt ein neuer Lebensabschnitt um die Ecke, der gestaltet werden will. Zum Glück gibt es die ZWAR-Gruppen und das ZWAR-Netzwerk in Nordrhein-Westfalen, die Teilhabe, Mitgestaltung und bürgerschaftliches Engagement von Menschen ab 55 Jahren fördern. Ausgerechnet hier will die Mitte-Rechts-Koalition im Land nun Gelder streichen.

Jahrzehntelang wertvolle Arbeit

Seit 40 Jahren gibt es das ZWAR-Projekt (Zwischen Arbeit und Ruhestand), das an der Universität Dortmund entstand. Schnell gründeten sich die ersten ZWAR-Basisgruppen in denen sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer jenseits der 50 selbstbestimmt und solidarisch nach gemeinsamen Interessen zusammenfanden. Gemeinsam wurden Projekte ins Leben gerufen und Angebote geschaffen. Im Jahr 1984 förderte erstmals das Land NRW das erfolgreiche ZWAR-Projekt. Heute gibt es 240 ZWAR-Gruppen in nordrhein-westfälischen Kommunen. Allein in Moers haben die sieben ZWAR-Basisgruppen Mitte, Hülsdonk, Repelen, Asberg, Meerbeck, Kapellen und Rheinkamp bereits 600 Menschen zusammengebracht. Im 14-Tage-Rhythmus treffen sich die Mitglieder und planen ihre Aktivitäten. Walking, Radtouren, Klönen oder Diskussionsgruppen zu gesellschaftlichen Themen – das selbstorganisierte Angebot der ZWAR-Gruppen in unserer Stadt ist weit gefächert. Zuletzt haben Mitglieder der ZWAR-Gruppen an der Entstehung des Handlungskonzepts für seniorengerechte Quartiere mitgewirkt und somit einen wichtigen Beitrag zur Stadtentwicklung geleistet.

Landesregierung setzt Rotstift an

Die nordrhein-westfälische Landesregierung will nun die Mittel für die ZWAR Zentralstelle NRW streichen. Dabei wird die Arbeit der lokalen ZWAR-Gruppen durch die Zentralstelle unterstützt. Außerdem berät die Zentralstelle die Kommunen darin, eine örtliche ZWAR-Struktur zu entwickeln. Die Mitte-Rechts-Koalition aus CDU und FDP im Land will allerdings zum Jahresende die Fördermittel streichen. Die Landesregierung um den CDU-Sozialminister Karl-Josef Laumann fällt damit allein in Moers hunderten Aktiven ZWAR-Mitgliedern in den Rücken. Dabei wissen wir hier über die Parteigrenzen hinweg, dass die ZWAR-Gruppen gute und wichtige Arbeit leisten. Sie fördern das bürgerschaftliche Engagement, tragen zu mehr Lebensqualität in den Stadtteilen bei und ermöglichen Teilhabe. Ich lehne deshalb die Kürzungspolitik der Landesregierung entschieden ab und appelliere an den Stadtrat, eine gemeinsame Resolution Richtung Düsseldorf zu verabschieden, um den Erhalt der Fördermittel einzufordern. Außerdem empfehle ich die Teilnahme an der aktuellen Online-Petition zum Erhalt der ZWAR-Förderung (Link:https://www.openpetition.de/petition/online/ruecknahme-der-streichung-der-foerderung-der-zwar-zentralstelle-nrw-durch-das-land-nrw). Wir dürfen die ZWAR-Netzwerke nicht aufgeben!