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Das “Netzwerk Bildung – ein Grundrecht auch für Flüchtlinge” in Moers ermöglicht durch das Zusammenspiel von verschiedenen Akteuren die schulische und berufliche Ausbildung für junge Flüchtlinge.

Bildung als Grundrecht

“Jeder Mensch hat das Recht auf Bildung.” Bereits 1948 wurde in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (Artikel 26) dieser Satz festgehalten. Aus meiner Sicht ist dieser Satz auch für uns heute wichtig und aktueller denn je. Der Artikel stellt nämlich nicht nur ein Grundrecht dar, er ist darüber hinaus auch für uns als Politikerinnen und Politiker der Ausgangspunkt für die Frage der Umsetzung. Politisch wird oft gestritten, wie Bildungspolitik gestaltet werden soll. Als Sozialdemokrat bin ich überzeugt davon, dass Bildung für jedes Kind und jeden Menschen entscheidend ist. Oftmals entscheidet ein Bildungsabschluss über den nächsten Schritt. Daher finde ich es wichtig, dass Kinder frühestmöglich gute Bildungsangebote erfahren. In Nordrhein-Westfalen setzt Ministerpräsidentin Hannelore Kraft den Politikansatz (Kein Kind zurücklassen!) seit 2010 erfolgreich um.

Der vorbeugende Politikansatz ist auch bei der Integration der zu uns kommenden Menschen von größter Bedeutung. In Nordrhein-Westfalen haben wir bereits den Integrationsplan verabschiedet, um die Integration im Bereich der schulischen und beruflichen Ausbildung sowie des Arbeitsmarktes zu ermöglichen. Die soziale Integration, d.h. das Erlernen von Sprache sowie das Verstehen unserer Werte und Regeln stellt dafür die Grundvoraussetzung dar.

Integration von Geflüchteten in Arbeit und Ausbildung – Das machen WIR!

Rund 30 Prozent der zu uns kommenden Menschen sind maximal 18 Jahre alt, ein weiteres Viertel ist nicht älter als 25. Das „Wir schaffen das“ der Bundeskanzlerin ist für die Perspektive dieser jungen Menschen nicht ausreichend. In unserem Bundesland gibt es bereits viele gute Beispiele, wie Integration in den Städten und Kreisen gelingt. Das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales stellt bei der Aktion “NRW. Das machen WIR! Integration von Geflüchteten in Arbeit und Ausbildung” eine Vielzahl von Ideen vor, wie Integration gelingt. Ziel ist es, auf die gute, innovative und spannende Projekte aufmerksam zu machen – und zur Nachahmung einzuladen.

Das Projekt: “Bildung – ein Grundrecht auch für Flüchtlinge”

In Moers ist vor zwei Jahren das “Netzwerk Bildung – ein Grundrecht auch für Flüchtlinge” entstanden.  Der Bunte Tisch Moers e.V. hat sich bereits 2014 entschlossen, junge Flüchtlinge intensiv zu betreuen. Es ist von großer Bedeutung jungen Menschen den Spracherwerb, einen Schulabschluss, eine Ausbildung oder einen Studienplatz zu ermöglichen. Bei dem Projekt “Bildung – ein Grundrecht auch für Flüchtlinge” haben sich daher verschiedene Akteure zusammen gefunden, um Flüchtlingen ab 16 Jahren, unabhängig vom jeweiligen Status, diese Chancen anzubieten.

Die Projektpartner und ihre Angebote

Eine vielfältige Mischung von Akteuren hat sich im “Netzwerk Bildung” zusammengeschlossen. Der Bunte Tisch Moers e.V. übernimmt die Koordinierungs- und Steuerungsfunktion.

  • Die Kreishandwerkerschaft Duisburg ermöglicht Qualifizierungsmaßnahmen für Flüchtlinge. Dazu zählen die Umschulungen zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizung und Klimatechnik, Elektroniker, Maler, Lackierer oder Maurer. Somit soll der Einstieg in den Arbeitsmarkt ermöglicht werden.
  • Das Berufskolleg für Technik in Moers (BKTM) und die Freddy-Fischer-Stiftung haben Ideen erarbeitet, wie der interkulturelle Austausch gefördert und die Integration von Flüchtlingen in das deutsche Bildungssystem gelingen kann. In einem Pilotprojekt wurden zunächst jeweils zwei Flüchtlinge in die verschiedenen Berufsausbildungsgängen (Informationstechnische Assistenten, Gestaltungstechnische Assistenten, Berufsfachschule Elektrotechnik) aufgenommen. Das BKTM hat inzwischen eine internationale Förderklasse eingerichtet.
  • Das Bethanien-Krankenhaus und die Bethanien-Akademie bieten Sprachkurse für Flüchtlinge an, die aus dem medizinischen Bereich kommen (Ärzte, Studenten, Krankenpfleger etc.) an.
  • Das Jobcenter, die Arbeitsagentur und das Netzwerk Integration durch Qualifizierung (IQ) unterstützen den Austausch sowie die Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung.

Ausblick

Als Schirmherr des Projekts freue ich mich zu sehen, dass es durch den Austausch der verschiedenen Akteure gelingt, Herausforderungen anzunehmen und Lösungen zu gestalten. Oftmals werden die zu uns kommenden Flüchtlinge als Fachkräfte von morgen angesehen. Diejenigen, die bereits in ihrem Heimatland gut ausgebildet sind, werden das sicherlich auch sein. Bei den Allermeisten sind jedoch zunächst Bildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen notwendig, um ihnen die Chancen zu geben, die Fachkräfte von übermorgen zu werden. Dieser Weg erfordert viel Geduld, aber um ihn zu gestalten ist die Zusammenarbeit verschiedener Akteure – wie z.B. in Moers – notwendig.

Bei der Integration von Flüchtlingen spielt Bildung also eine zentrale Rolle. Als SPD ist es unser Ziel, die Weichen dafür zu stellen. Dabei haben wir nicht nur die Flüchtlinge im Blick: Bildungschancen und sozialen Aufstieg wollen wir allen Menschen ermöglichen!