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… vor Menschen, die sich für andere einsetzen, wie es beispielsweise Feuerwehrleute oder Rettungskräfte tun. Ich habe größten Respekt vor Lehrerinnen und Lehrern, die mit gutem Unterricht und viel Engagement dazu beitragen, dass die Kinder in unserem Land sich entwickeln können. Die Arbeit der Polizistinnen und Polizisten ist von hoher Bedeutung, denn sie sorgen für unsere Sicherheit! Diese drei Beispiele stellen eine kleine Auswahl von Berufen dar, die für unsere Gesellschaft einen enormen Beitrag leisten. Gleichzeitig häufen sich Berichte darüber, dass genau diese Menschen in ihren Jobs immer öfter Beleidigungen oder Gewalt ausgesetzt sind. Die Woche des Respekts war daher ein guter Ausgangspunkt um mich mit ihnen über Anerkennung, Respekt und Wertschätzung auszutauschen. Zu zuhören, Anregungen und Ideen aufzunehmen war mir dabei besonders wichtig.

Woche des Respekts in Nordrhein-Westfalen

Ein respektvoller Umgang ist die Grundlage für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Um die gegenseitige Achtung und die Wertschätzung füreinander zu fördern, initiierte die nordrhein-westfälische Landesregierung vom 14.-18. November 2016 die „Woche des Respekts“. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, die Mitglieder des Kabinetts sowie Abgeordnete in ihren Wahlkreisen mit Jugendorganisationen, Einsatzkräften von Feuerwehr und Rettungsdiensten oder im Jobcenter über ihre Erfahrungen von Gewalt im Joballtag informiert. Ich habe im Rahmen dieser Aktionswoche die Polizei in Neukirchen-Vluyn, die Feuerwehr in Moers und die Anne-Frank-Gesamtschule in Rheinkamp besucht.

Meine Eindrücke

Woche des Respekts

Besuch bei der Feuerwehr in Moers

In den Gesprächen mit den Polizeibeamten und Rettungskräften wurde deutlich, dass in den letzten 10 bis 15 Jahren eine Veränderung spürbar geworden ist. Viele schilderten mir, dass der Umgangston gegenüber den Einsatzkräften respektloser geworden ist. Dass das „Du“ – insbesondere am Wochenende – zur selbstverständlichen Anrede geworden ist, ist nur ein Beispiel dafür. Zudem ist die Hemmschwelle für Beleidigungen oder Gewalt gesunken. Polizistinnen und Polizisten berichten von einer steigenden Anzahl von Widerständen. Zudem erleben sie immer häufiger, dass selbst bei Routineeinsätze, wie z.B. einer Verkehrskontrolle, Respektlosigkeit und Beleidigungen dazu gehören. Die Gewalt gegen Polizeibeamte in Düren sind in der Woche des Respekts immer wieder Gegenstand der Gespräche gewesen. Eine härtere Bestrafung für solche Taten ist aus meiner Sicht notwendig. Ein erster Schritt ist die geplante Initiative der NRW-Landesregierung im Bundesrat.

Woche des Respekts

Besuch an der Anne-Frank-Gesamtschule Rheinkamp

Zeitgleich zur Woche des Respekts wurde eine Studie zur Gewalt gegen Lehrerinnen und Lehrer veröffentlicht. Die Zahlen sind erschreckend hoch. Bei dem Austausch an der Anne-Frank-Gesamtschule in Rheinkamp bestätigten die Lehrerinnen und Lehrer dies erfreulicherweise nicht. Die Gesprächsteilnehmerinnen und -teilnehmer berichteten jedoch, dass es auf dem Schulhof und auch im Klassenzimmer verbale Entgleisungen oder Beschimpfungen gibt. In unserem Gespräch drehte sich zudem viel um die Rolle von sozialen Medien. Wir diskutierten, wie man Cybermobbing, also Diffamierungen in whatsapp-Gruppen oder über Snapchat, begegnen kann. Die Bedeutung der sozialen Medien nimmt zu und wir alle müssen lernen, wie wir uns in der digitalen Lebenswelt verhalten. Die Schule ist aus meiner Sicht ein Ort, an dem junge Menschen, Regeln dafür kennenlernen sollten.

Was ich aus den Gesprächen mitnehme und wie es weiter geht

In allen Gesprächen wurde deutlich, dass es in den letzten Jahren eine Veränderung des respektvollen Umgangs und der gegenseitigen Wertschätzung gegeben hat. Diesem Trend muss sich unsere Gesellschaft widersetzen! Die Liste der Menschen und Berufe vor denen ich großen Respekt habe, ließe sich fortsetzen. In der diesjährigen „Woche des Respekts“ habe ich bei der Polizei, der Feuerwehr und in der Schule einen sehr offenen und spannenden Austausch erlebt. Häufig wurde darauf hingewiesen, dass die Vermittlung eines respektvollen Umgangs Aufgabe des Elternhauses ist. Dies ist sicherlich richtig und ein wichtiger Ansatz. Gleichwohl kann und muss die Politik unterstützen und Einfluss auf unsere gesellschaftlichen Spielregeln nehmen. Dafür habe ich durch die Gespräche viele Eindrücke gewonnen und wertvolle Anregungen erhalten. Die Staatskanzlei sammelt nun die Vorschläge der Abgeordneten. Ich werde die Ideen einbringen und ggf. auch entsprechende Initiativen in den jeweiligen Politikfeldern anstoßen. Ich bin der festen Überzeugung, dass eine größere Wertschätzung für die Menschen, die Sicherheit gewährleisten, im Notfall helfen oder sich um die Bildung unserer Kinder kümmern, unabdingbar ist.