Zu den Ereignissen in der Türkei und ihren Auswirkungen in unserem Bundesland erklären die Abgeordneten Ali Baş (Grüne), Serap Güler (CDU), Ibrahim Yetim (SPD), Serdar Yüksel (SPD) und Arif Ünal (Grüne):

„Der Putschversuch in der Türkei hat uns alle schockiert und ist uns sehr nahe gegangen. Auch die Entwicklungen nach dem vergangenen Freitagabend beobachten wir mit Sorge. Als Abgeordnete mit Wurzeln in der Türkei können wir nachempfinden, dass die türkeistämmige Community in Deutschland emotional sehr aufgewühlt ist. Alle haben Familie, Freunde oder weitere Bindungen in ihr Heimatland oder die Heimat ihrer Eltern und Großeltern. Es ist verständlich, dass auch bei uns in Nordrhein-Westfalen viele Türkeistämmige an unterschiedlichen Demonstrationen teilnehmen, um ihre Freude an dem gescheiterten Putsch oder ihre Solidarität mit den Menschen in der Türkei kundzutun.

Uns beunruhigt aber, dass der Riss der türkischen Gesellschaft auch unter den türkeistämmigen Menschen in NRW vorhanden ist. Ebenso wie den versuchten Putsch verurteilen wir auch jegliche Eskalationen zwischen verschiedenen türkischen Gruppen. Wenn Andersdenkende bedroht, beschimpft oder angegriffen werden, wie in Gelsenkirchen am vergangenen Wochenende, ist definitiv eine rote Linie überschritten. Diese Gewalt und diesen Hass dulden wir nicht und setzen uns dafür ein, dass diejenigen, die sich vom friedlichen Meinungsaustausch verabschiedet haben, strafrechtlich belangt werden.

Unser Appell an die hiesige türkeistämmige Community ist deshalb, Abstand von jeglichen Aktionen zu nehmen, die in Gewalt jeglicher Art umschlagen. Integration bedeutet auch, dass sich alle an die Spielregeln des Grundgesetzes halten.“